Verzerrungen
Wer sich mit dem Thema Antibiotikaresistenz beschäftigt, kommt an Resistenzstatistiken nicht vorbei. Hier wird leider oft unterschätzt, daß die Erstellung und Interpretation die Beachtung vieler Details erfordert, um irreführende Darstellungen und Schlussfolgerungen zu vermeiden.
Zu diesem schwierigen Thema habe ich für die Fachzeitschrift Krankenhaushygiene up2date den Fortbildungsartikel "Resistenzstatistiken - mit Verzerrungen umgehen" geschrieben.
Das Autorenexemplar dient dem fachlichen Austausch mit euch und Ihnen. Mir ist bewußt, daß die ausführliche Diskussion von Einschränkungen verwirrend und frustrierend sein kann. Schon die medizinisch-mikrobiologische Arbeit mit Bakterien und die Anfertigung von Antibiogrammen ergibt in der praxisnahen Interpretation manchmal keine eindeutigen Resultate, sondern mehr oder weniger Graustufen. Sie bleibt trotzdem unverzichtbar, weil sonst die Seite des Erregers und Antibiotikaresistenzen inkl. Multiresistenzen weitgehend im Dunkeln bleiben.
Das schwierige Thema der Interpretation, sei es der mikrobiologischen Befunde oder der daraus erzeugten Resistenzstatistiken läßt für Perfektionismus und starre Vorgaben wenig Raum. Das heißt aber nicht, daß die inhärenten Probleme ignoriert werden sollen, im Gegenteil! Nur aus profunder und detaillierter Sachkenntnis heraus können umsichtige und ausgewogene Schlüsse gezogen werden.